Die Entwicklungen rund um Künstliche Intelligenz sind momentan in aller Munde und dabei mag es einem vielleicht schon aufgefallen sein, dass KI zukünftig wohl vor kaum einem Lebensbereich halt machen wird, auch nicht dem Arbeitsalltag. Ob in der Automatisierung von wiederkehrenden Aufgaben, als Chatbot im Kundenservice, in der Analyse von Daten, der Transkription von Meetings oder dem Erstellen von Content- um hier nur einige Beispiele zu nennen- trägt Künstliche Intelligenz schon jetzt dazu bei, Arbeitsprozesse zu optimieren und die Effizienz zu steigern. Das Anwendungsspektrum wird sich in Zukunft noch weitreichend vergrößern und neben vielen Bereicherungen auch neue Bedenken und Verunsicherungen hervorrufen.

Ethische Grundsätze in der Nutzung von KI

Bei all dem Fortschritt rund um KI ist die Diskussion darüber jedoch schon lange keine rein technische mehr, denn dass sich die Technik rapide weiterentwickelt, ist nichts neues. Manche Menschen fühlen sich möglicherweise schon jetzt wie in einer wahrgewordenen Version eines Science-Fiction Romans, in dem Künstliche Intelligenz irgendwann den Menschen entmachtet, über die eigentlich vorgesehen Einsatzgebiete hinaus agiert und ein eigenständiges Bewusstsein entwickelt. Okay, das mag vielleicht etwas übertrieben sein, dennoch sollte und muss die Diskussion auch aus moralischen, ethischen und datenschutzrechtlichen Gesichtspunkten aus betrachtet werden. Wie wird KI reguliert? Wo sind Grenzen im Einsatzbereich? Was soll von einer KI übernommen werden und wo soll sie nicht zum Einsatz kommen? Microsoft hat für all diese Fragen seit 2018 sechs Schlüsselprinzipien im Umgang und der Entwicklung Künstlicher Intelligenz im Einsatz, darunter unter anderem Fairness, Transparenz sowie Privatsphäre und Sicherheit.

Eins steht fest: KI wird künftig ein wichtiger Alltagsbegleiter sein und den Arbeitsplatz durch Neuerungen im KI-Sektor maßgeblich verändern. Dies bringt Chancen und Bedenken mit sich. Manche glauben, dass KI die Arbeit effizienter und kostengünstiger machen wird, während andere besorgt sind, dass sie Jobs komplett übernehmen könnte. Sind diese Bedenken berechtigt? um das zu klären, wird der Future Work Index 2023 genauer betrachtet.

Erkenntnisse des Future Work Index 2023

Der Future Work Index ist eine großangelegte Studie, in der unter anderem über 30.000 Menschen aus 31 Ländern über ihre Ansichten zu Künstlicher Intelligenz am Arbeitsplatz befragt wurden. Die drei einschlägigen Erkenntnisse sind: Digitale Last kostet Innovation, eine neue Allianz zwischen KI und Mitarbeitenden ist notwendig und Arbeit erfordert künftig neue KI-Kenntnisse. Mit Digitalen Lasten sind die großen Mengen an E-Mails, Chats und Daten gemeint, die man täglich bearbeiten muss. Dies betreffend geben in Deutschland fast die Hälfte der Befragten an, nicht genug Zeit und Energie für ihre Arbeit zu haben, denn Kreativität und Innovation bleibt durch digitale Lasten oft auf der Strecke. Der Diskussionspunkt darum, ob KI unsere Arbeit übernehmen wird, bleibt ambivalent beantwortet. 49% haben Bedenken hinsichtlich ihrer Arbeitsplatzsicherheit, dennoch würden aber 70% so viel Arbeit wie möglich an eine KI abgeben, um ihre Belastung zu verringern. Der Nutzen überwiegt hier klar die Bedenken. Führungskräfte geben an, dass die Reduzierung des Personalbestands an letzter Stelle steht, sie wollen ihre Mitarbeitenden durch KI entlasten und sie nicht ersetzen. Die Mitarbeitenden werden zukünftig also eine Art Allianz mit Künstlichen Intelligenzen eingehen, die sie bei ihrer täglichen Arbeit unterstützen werden. Doch für all das werden neue Fähigkeiten für den Umgang mit KI benötigt, davon gehen über 80% der deutschen Führungskräfte aus. Die Beschäftigten sind dazu bereit und würden den Angaben zufolge gerne mehr Zeit und Energie für das Erlernen dieser Fähigkeiten investieren. Die Grundhaltung gegenüber der Nutzung von Künstlicher Intelligenz im Arbeitskontext ist also vorwiegend positiv.

Was heißt das für unseren zukünftigen Arbeitsalltag?

Wie der Future Work Index 2023 gezeigt hat, liegt in der Nutzung von künstlicher Intelligenz im Arbeitskontext ein großes Potenzial in der Entlastung und Förderung der Kreativität der Mitarbeitenden. Die Einsatzgebiete sind (noch) begrenzt, das wird sich mit zunehmender Entwicklung der Technologie jedoch schnell ändern. Schon jetzt sprießen immer mehr Tools aus den Tiefen des Internets, die versprechen, die Arbeit mithilfe von KI zu erleichtern. Daher ist es wichtig, up to date zu bleiben und auf Unternehmensebene darüber nachzudenken, welche Prozesse und Abläufe durch eine künstliche Intelligenz optimiert werden könnten und das auf Führungsebene klar zu kommunizieren.  Einige der zahlreichen Funktionen der Microsoft KI Copilot sind das Zusammenfassen von Meetings, die intelligente und effiziente Arbeit mit Daten oder das Zusammenstellen lassen von PowerPoint-Präsentationen. Doch es ist nicht der Fall und wird auch in Zukunft nicht so sein, dass der Unternehmenserfolg allein von einer Künstlichen Intelligenz bestimmt wird- es sind die Mitarbeitenden, die zusammen mit Künstlicher Intelligenz ihr volles Potenzial ausschöpfen können, um Probleme wie digitale Lasten zu reduzieren. Im Endeffekt ist KI ein neues Werkzeug im Portfolio, welches dazu beitragen kann, Arbeit effizienter und kreativer zu gestalten, dessen verantwortungsvolle Nutzung aber gelernt werden muss. Doch auf die KI allein sollte man sich nicht verlassen und ihre Ergebnisse stets hinterfragen und überprüfen. Dann kann sie als Startpunkt oder Inspiration für die eigene Arbeit sehr hilfreich sein. Da wir uns momentan noch in einer frühen Phase in der Entwicklung befinden, man aber schon eine laute Stimmung der Veränderung wahrnehmen kann, ist jetzt die richtige Zeit, sich Gedanken über die Rahmenbedingungen einer verantwortungsvollen Nutzung von Künstlicher Intelligenz zu machen und wo der Einsatz sinnvoll ist.

Fazit

Die Verwendung von Künstlicher Intelligenz am Arbeitsplatz wird in Zukunft zunehmen. Reduziert man die ethischen und datenschutzrechtlichen Bedenken durch gute Rahmenbedingungen der Nutzung, bringt Künstliche Intelligenz am Arbeitsplatz viele Vorteile mit sich.

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